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Wienfluss/Stadtpark
Foto: BMLFUW/Godina

Hydrographische Übersicht Österreichs - Dezember 2009

Österreichweit lagen die Temperaturen im Dezember im Mittel. Regional und im Monatsverlauf gab es jedoch auffällige Unterschiede. Das erste und letzte Monatsdrittel lag etwas über den langjährigen Mittelwerten. Jedoch das mittlere Monatsdrittel kann in ganz Österreich als besonders kalt bezeichnet werden.

Örtlich wurden sogar die bisher gemessenen niedersten Temperaturen erreicht oder unterschritten. Vor allem in höheren Lagen wurden die langjährigen Monatsmittelwerte um 2 bis 3 °C unterschritten. Nur in Salzburg, in weiten Teilen der Steiermark und in einigen Gebieten Kärntens wurden positive Abweichungen von 0,5 bis 1,5 °C beobachtet (ZAMG).
 
Vor allem die Niederschläge vom 20. bis zum 25. Dezember führten in Osttirol und im Süden Kärntens zu einer auffällig positiven Abweichung der Monatssumme von +50 bis +75%. Negative Differenzen von mehr als -25% zum Dezembernormalwert wurden in Oberösterreich und der nördlichen Steiermark gemessen. Die Niederschlagssumme im niederösterreichischen Industrieviertel war mit einer Abweichung von -20% ebenfalls stärker im Defizit.

Bezogen auf das ganze Bundesgebiet liegt die Niederschlagssumme im Bereich des langjährigen Mittelwertes. Vergleicht man die Jahressumme 2009 des Niederschlags mit dem Normalwert eines ganzen Jahres, ergibt sich österreichweit ein Plus von ca. 17%, mit leichten Defiziten im Westen und einem Überschuss im Osten des Bundesgebietes. In Wien wurde mit +32% der größte Überschuss im Vergleich zum langjährigen Mittelwert beobachtet.
 
Auf Grund der für die Jahreszeit außergewöhnlichen Niederschlagsmengen und der zeitweise am 24. und 25. Dezember über 2000 m ü. Adria liegenden Schneefallgrenze kam es in Radenthein (Spittal/Drau) zu einem Murenereignis mit Schäden an Strassen und an einigen Häusern. Am Nachmittag des 25. Dezember gehen in der Steiermark für diese Jahreszeit ungewöhnlich heftige Gewitter nieder. In Bad Gleichenberg wurden sogar Teile des Freibadgeländes überflutet.

Tauwetter zur Weihnachtszeit und für die Jahreszeit außergewöhnlich viel Niederschlag in Form von Regen führten an der Gail – Pegel Federaun - zu einem im Dezember, seit 1951 noch nie beobachteten, Hochwasserereignis in der Größe eines HQ.
 
Die Abflussfracht der Donau erreichte im Dezember am Pegel Korneuburg/Donau ca. 90% der mittleren Monatsfracht. Vor allem die Überschüsse aus den Monaten März bis Juli sorgten dafür, dass die Abflussfracht der Donau bei Wien im gesamten Jahr 2009 um 5% über dem Mittelwert der Jahre von 1951 bis 2006 lag.

Auf Grund der vor allem im Osten Österreichs im gesamten Jahresverlauf auffallend über dem Normalwert liegenden Niederschlagssummen befinden sich die Grundwasserstände in diesen Gebieten überwiegend über dem Mittelwert. Weiter im Westen – Vorarlberg bis Salzburg – im Mittel, in einigen Grundwassergebieten auch darunter. Ganz im Süden zeigt sich im Dezember eine merkbare Reaktion auf die Niederschläge im letzten Monatsdrittel mit einem Anstieg zum Jahresende hin.
 
Details über die Entwicklung der wesentlichen Komponenten des Wasserkreislaufes – Niederschlag, Abfluss und Grundwasser – im Dezember 2009 mit Abbildungen und Daten enthält das folgende Dokument.
Anzumerken ist, dass die in diesem Bericht enthaltenen hydrologischen Daten und Angaben ungeprüft und daher provisorischen Charakter haben.

Eine Übersicht aller aktuellen Pegelstände in Österreich und die Links zu den Hydrographischen Landesdiensten finden Sie unter:
http://gis.lebensministerium.at/ehyd (Karte: Aktuelle Pegeldaten Österreichs).

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18.02.2010, Lebensministerium VII/3